Eine wirklich gute Focaccia zeichnet sich durch zwei Dinge aus: Eine goldbraune, knusprige Kruste und ein unvergleichlich luftiges, saftiges Inneres. Das italienische Fladenbrot ist der perfekte Begleiter für Salate, Vorspeisenplatten oder einfach pur mit etwas gutem Olivenöl und einer Prise Meersalz. Die Zubereitung ist kinderleicht und erfordert kein stundenlanges Kneten eines Hefeteiges. Viel mehr liegt das Geheimnis im richtigen Verhältnis der Zutaten sowie in einem langen und langsamen Geh-Prozess des Teiges. Unbedingt ausprobieren!

Was macht diese Focaccia so besonders saftig?
Im Gegensatz zu einem normalen Brotteig wird für diese Focaccia eine hohe Hydration verwendet. Das bedeutet, dass der Wasseranteil im Verhältnis zum Mehl recht hoch ist. Das macht den Teig zwar klebrig in der Verarbeitung, sorgt aber nach dem Backen für die charakteristischen großen Luftblasen und die saftige Textur.
Auch die Ruhe- bzw. Gehzeit des Teiges spielt hier eine große Rolle: das beste Ergebnis bekommt ihr, wenn der Teig zunächst bei Zimmertemperatur und anschließend für weitere 12-24 Stunden im Kühlschrank reifen darf. Das sorgt für eine noch bessere Bekömmlichkeit und feinere Blasenbildung. Wie einfach die Zubereitung der Focaccia ist, erkläre ich euch in den nächsten Schritten.

So gelingt euch die Focaccia garantiert
Die Zubereitung der Focaccia bzw. die Herstellung des Teiges erfolgt mit einer sog. "No-Knead-Methode". Der Teig wird also nicht geknetet, wie das bei vielen anderen Hefeteigen der Fall ist.
- Teig ansetzen: Mehl, Trockenhefe und Salz werden in einer großen Schüssel miteinander vermischt. Anschließend kommen die feuchten Zutaten, lauwarmes Wasser und Olivenöl, dazu. Nun wird alles mit einem Holzlöffel verrührt, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist. Wichtig: Der Teig muss hier nicht glatt geknetet bzw. gerührt sein.
- Ruhezeit: Der Teig sollte mindestens 2 Stunden (gerne auch 4-5 Stunden) an einem warmen Ort gehen, bis er anfängt Blasen zu werfen. Für noch mehr Aroma sowie eine bessere Bekömmlichkeit, kommt der Teig anschließend für weitere 12-24 Stunden in den Kühlschrank.
- Dehnen und Falten: Während der Gehzeit wird der Teig zwei- bis dreimal vom Rand nach oben gezogen und zur Mitte hin gefaltet. Das gibt dem Teig Stabilität und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Luft im Teig erhalten bleibt. Tipp: Die Hände vorher am besten mit ein wenig Olivenöl einreiben.
- Vor dem Backen: Die Backform wird mit Backpapier ausgelegt oder gründlich mit Olivenöl eingepinselt. Den Teig aus der Schüssel in die vorbereitete Backform gleiten und am besten für 20-30 Min. stehen lassen. Der Teig kann sich so alleine in der Form ausbreiten. Den Teig anschließend großzügig mit Olivenöl beträufeln und mit den Fingerspitzen tiefe Mulden in den Teig drücken. Focaccia mit grobem Meersalz und frischem oder getrocknetem Rosmarin bestreuen.
- Focaccia backen: Gebacken wird die in der Mitte des vorgeheizten Ofens (220 Grad Ober-/Unterhitze) Focaccia für 20-25 Minuten, bis sie eine kräftige goldgelbe Farbe hat. Direkt nach dem Backen aus dem Ofen nehmen und am besten auf einem Gitter abkühlen lassen, damit die Unterseite der Focaccia schön knusprig bleibt.


Einfache saftige Focaccia
Kochutensilien
- 1 große Rührschüssel mit Deckel
- 1 Backform ca. 28 x 36 cm (alternativ ein tiefes Backblech)
- Backpapier
Zutaten
- 500 g Weizenmehl Typ 550
- 10 g Salz fein
- 7 g Trockenhefe
- 420 ml lauwarmes Wasser
- 20 ml Olivenöl kalt gepresst
Außerdem zum Backen
- 4-5 EL Olivenöl kalt gepresst
- 1 TL Rosmarin frisch gehackt oder getrocknet
- grobes Meersalz
Anleitungen
- Das Mehl in eine große Schüssel geben. Salz und Trockenhefe hinzufügen und alles gut miteinander vermischen. Lauwarmes Wasser und Olivenöl dazugeben und alles mit einem Holzlöffel verrühren, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist. Den Teig in der Schüssel abdecken und für mindestens 2 (besser 4-5) Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.
- Zwischendurch den Teig 2-3 mal "ziehen und falten". Dazu die Hände mit wenig Olivenöl einreiben und den Teig vom Rand aus hochziehen und zur Mitte falten. Die Teigschüssel nach jedem Mal um eine viertel Drehung weiterdrehen, so dass der Teig insgesamt viermal hochgezogen wird.
- Den Teig nach den 2-5 Stunden Gehzeit bei Zimmertemperatur für weitere 12-24 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Vor dem Backen
- Den Teig mindestens 30 Min- vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und die Backform mit Backpapier auslegen. Alternativ mit Olivenöl einpinseln.
- Den Teig aus der Schüssel in die vorbereitete Backform gleiten lassen. Dabei den Teig nicht mit "Gewalt" in die Ecken ziehen, da so die Luftblasen entweichen können. Den Teig lieber 20-30 Min. stehen und selber in der Form ausbreiten lassen.
- 4-5 EL Olivenöl über den Teig träufeln und mit den Fingerkuppen in regelmäßigen Abständen tiefe Mulden in den Teig drücken. Rosmarin und grobes Meersalz darüber streuen.
- Focaccia in der Mitte des vorgeheizten Ofens ca. 20-25 Min. backen, bis sie schön knusprig und goldgelb gebacken ist. Aus dem Ofen nehmen und am besten auf einem Gitter abkühlen lassen.
- Die Focaccia schmeckt lauwarm oder kalt, passt zu Suppen, Salaten und Vorspeisen, schmeckt aber auch pur mit etwas Olivenöl und einer Prise Meersalz.

Aufbewahrung und Haltbarkeit
Ganz klar - frisch aus dem Ofen schmeckt die Focaccia am allerbesten. Doch wie bewahrt man das luftige Fladenbrot am besten auf, damit es auch am nächsten Tag noch saftig bleibt? Da selbstgemachte Focaccia keine Konservierungsstoffe, dafür aber viel Feuchtigkeit enthält, ist die Haltbarkeit verhältnismäßig kurz. Bei Raumtemperatur und richtiger Lagerung (luftdicht verschlossen) lässt sich die Focaccia 1-2 Tage aufbewahren. Im Gefrierschrank hält sich die Focaccia bis zu 3 Monate, anschließend bei Zimmertemperatur auftauen lassen oder leicht im Ofen erwärmen.
Tipps für Variationen
Vor dem Backen halbierte Kirschtomaten in den Teig drücken und frisches Basilikum darüber geben. Eine halbe Zehe Knoblauch oder ¼ Teelöffel Chiliflocken unter das Olivenöl mischen, das vor dem Backen über den Teig geträufelt wird. Den Teig vor dem Backen mit fein gehobelten Zwiebelringen und schwarzen Oliven belegen. Auch marinierte Pfirsiche und Mozzarella schmecken ganz hervorragend auf einer Focaccia.














Fabi meint
Das tönt sehr lecker. Werde ich sicher ausprobieren
Edith meint
tolles Rezept