Pici mit geschmorten Auberginen sind für mich der Inbegriff von gemütlicher Pasta: Die Aubergine röstet im Ofen, bis sie butterweich und leicht rauchig ist. Zusammen mit süßen Tropea-Zwiebeln, Kreuzkümmel, geräuchertem Paprika, einer Prise Zimt und frischen Tomaten wird sie zu einem aromatischen Sugo. Ein Schuss guter Balsamico rundet alles ab, und die dicken, handgerollten Pici aus der Toskana nehmen die Sauce perfekt auf.

Pici sind eine dicke, handgerollte Pastasorte aus der Toskana, die vom Aussehen her an eine Kreuzung aus unregelmäßigen Spaghetti und dünnen Udon-Nudeln erinnert. Traditionell werden sie nur aus Hartweizengrieß, Wasser und wenig Salz hergestellt. Da jede Nudel von Hand gerollt wird, bleibt die Oberfläche schön rau, und die Sauce haftet besonders gut.
Deshalb sind Pici der perfekte Begleiter für einen Sugo aus geschmorter Aubergine und Zwiebel, Kreuzkümmel, geräuchertem Paprika und Zimt, frischen Tomaten und einem Schuss dunklem Balsamico von feinster Qualität. Das Ergebnis ist eine Pasta, von der garantiert nichts übrig bleibt.

Die Aubergine: Geduld zahlt sich aus
Das Wichtigste vorweg: Damit die Aubergine später nicht bitter schmeckt, muss sie wirklich vollständig durchgegart sein. Dafür halbiert ihr sie zunächst der Länge nach und ritzt die Schnittflächen mit einem scharfen Messer kreuzweise ein. Anschließend reibt ihr sie großzügig mit Olivenöl ein und streut etwas grobes Meersalz darüber. Achtet darauf, dass das Olivenöl auch in die Ritzen gelangt. Nun darf die Aubergine bei 220 Grad Ober-/Unterhitze etwa 40 Minuten im Ofen schmoren.
Je nach Ofen kann es auch etwas länger dauern, und hier lohnt es sich auf jeden Fall, den Garvorgang nicht zu früh abzubrechen. Die Aubergine ist fertig, wenn die Oberfläche schön gebräunt ist, die Ränder fast ein bisschen geröstet sind und sich das butterweiche Fruchtfleisch problemlos mit dem Löffel aus der Schale kratzen lässt. So bringt sie eine rauchige, fast cremige Tiefe in die Sauce, für die man kein Frittieren und kein Entwässern braucht.

Tropea-Zwiebeln, Gewürze und ein Schuss Balsamico
Während die Aubergine im Ofen ist, könnt ihr euch um die Zwiebel und den Rest der Sauce kümmern. Ihr könnt die Sauce mit roten oder weißen Zwiebeln oder auch mit Schalotten zubereiten, besonders gut eignet sich jedoch die Tropea-Zwiebel. Sie ist mild, saftig und von Natur aus süß und zerfällt beim langsamen Schmoren fast zu einer Art Chutney. Die Tropea wird der Länge nach halbiert, in Spalten geschnitten und anschließend in reichlich Olivenöl und etwas Butter gute 15 Minuten weich geschmort. Dazu kommen etwas Kreuzkümmel, geräuchertes Paprikapulver, Salz, Pfeffer und eine kleine Prise Zimt, die der Sauce eine unglaublich warme, fast schon orientalische Note geben.
Dann folgen entkernte, grob gehackte Rispentomaten, Tomatenmark und ein Schuss Wasser. Das darf etwas einkochen und wird am Ende mit einem Schuss richtig gutem, dunklem Balsamico abgeschmeckt. Ein hochwertiger Balsamico lohnt sich hier besonders, denn er bringt Säure und Süße nahezu perfekt in Einklang. Zum Schluss kommt das grob gehackte Auberginenfruchtfleisch dazu, und alles köchelt noch ein paar Minuten gemeinsam vor sich hin, während die Pasta in einem separaten Topf kocht.

Pici mit geschmorten Auberginen
Kochutensilien
- 1 Schneidebrett + Messer
- 1 ofenfeste Form
- 1 große beschichtete Pfanne mit Deckel
- 1 großer Topf für die Pasta
- 1 Nudelsieb
Zutaten
Für die Aubergine
- 1 Aubergine
- 4 EL Olivenöl
- ½ TL grobes Meersalz
Für den Sugo
- 1 große rote Zwiebel am besten Tropea
- 2 EL Olivenöl
- 1 EL Butter
- 1 TL Kreuzkümmel
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- ½ TL Zimt gemahlen
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
- 250 g kleine Rispentomaten
- 1 EL Tomatenmark
- 1 Schuss Wasser
- 1 EL dunkler Balsamico richtig gut
Außerdem
- 200 g Pici oder eine andere Pasta
- 1 Tasse Nudelkochwasser
- 30 g Parmesan zum Servieren
- 1 EL gehackte Petersilie optional
- Ciabatta zum Servieren
Anleitungen
Die Aubergine garen
- Den Ofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Aubergine der Länge nach halbieren und die Schnittflächen kreuzweise und schön tief einritzen. Beide Hälften mit jeweils 2 EL Olivenöl einreiben und mit grobem Meersalz würzen. Anschließend mit der Schnittfläche nach oben in eine ofenfeste Form setzen und etwa 40 Minuten garen, bis sie weich, gebräunt und schön geröstet ist.
Den Sugo zubereiten
- Die Zwiebel der Länge nach halbieren und in Spalten schneiden. In einer großen beschichteten Pfanne Olivenöl und Butter erhitzen und die Zwiebeln darin bei mittlerer bis niedriger Hitze etwa 15 Minuten weich schmoren. Dabei regelmäßig umrühren. Mit Kreuzkümmel, geräuchertem Paprikapulver, Salz, Pfeffer und Zimt würzen.
- Die Tomaten entkernen und grob hacken. Mit dem Tomatenmark und einem Schuss Wasser zu den Zwiebeln geben und alles etwas einköcheln lassen. Gegen Ende der Garzeit mit einem Schuss Balsamico abschmecken.
- Sobald die Aubergine gar ist, aus dem Ofen nehmen, das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale kratzen, grob hacken und in die Sauce geben. Alles auf kleiner Hitze bei geschlossenem Deckel einige Minuten köcheln lassen.
Pasta kochen
- Währenddessen die Pici in reichlich Salzwasser nach Packungsanweisung al dente kochen. Abgießen und dabei unbedingt eine Tasse Nudelkochwasser auffangen. Die Pasta in die Sauce geben, nach und nach etwas Nudelwasser hinzufügen und alles gut vermengen, bis die Sauce schön cremig und leicht sämig ist.
Servieren
- Mit frisch geriebenem Parmesan und dicken Scheiben Ciabatta servieren. Nach Belieben mit gehackter Petersilie bestreuen.

Häufige Fragen zu Pici mit geschmorten Auberginen
Meist war sie nicht lange genug im Ofen. Erst wenn das Fruchtfleisch richtig weich und die Schale gebräunt ist, verschwinden die Bitternoten. Lieber ein paar Minuten länger garen.
Nein. Beim Rösten im Ofen ist das nicht nötig. Das grobe Meersalz auf der Schnittfläche reicht völlig aus.
Sie sind besonders mild und süß und werden beim Schmoren wunderbar weich. Wenn ihr keine Tropea bekommt, funktioniert aber auch eine normale rote Zwiebel oder eine Schalotte.
Alles, was die Sauce gut aufnimmt: Spaghettoni, Linguine, Tagliatelle, Orecchiette oder Rigatoni.
Ja, einfach die Butter durch etwas mehr Olivenöl ersetzen und den Parmesan weglassen.
Ihr könnt ganz klassisch frisch geriebenen Parmesan dazu servieren oder auch einen Löffel Ricotta, etwas Feta oder gehobelter Pecorino.

Tipps zur Aufbewahrung & Haltbarkeit
- Im Kühlschrank: Die Sauce hält sich in einer luftdicht verschließbaren Dose etwa 3 bis 4 Tage. Fertig mit Pasta vermischt sollte sie nur 1 bis 2 Tage aufbewahrt werden.
- Einfrieren: Ohne die Pasta lässt sich die Sauce bis zu 3 Monate einfrieren. Die Aubergine wird dabei etwas weicher, was in der Sauce aber nicht stört.
- Aufwärmen: Die Sauce mit einem Schuss Wasser bei mittlerer Hitze erwärmen. Frische Pasta darin schwenken oder das fertige Gericht mit einem Schuss Wasser in der Pfanne aufwärmen.
- Vorbereiten: Die Sauce schmeckt am nächsten Tag oft noch besser, weil die Gewürze durchziehen können.
Ihr mögt die Kombination aus weich geschmorter Aubergine und Pasta? Dann versucht unbedingt auch mal meine sizilianische Pasta alla Norma mit gebratener Aubergine, Tomaten und gesalzenem Ricotta. Oder werft einen Blick auf die herrlich cremige Pasta mit Auberginen, Tomaten und Ricotta – himmlisch gut! Bon Appétit!














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