Diese Pasta mit grünen Bohnen und Tomaten ist inspiriert von einem Sommertag auf dem Wochenmarkt im südfranzösischen Cassis. Sonnengereifte kleine Tomaten und zarte grüne Bohnen schmoren gemeinsam mit ein bis zwei Zehen Knoblauch und mediterranen Kräutern im Ofen, bis alles weich und schön aromatisch geworden ist. Nebenbei köchelt die Pasta und man selber hat genügend Zeit, den Tisch zu decken und sich vielleicht schon mal ein Glas Rosé einzuschenken. Schwarze Oliven und ein grob gehacktes, hart gekochtes Ei erinnern schließlich an den südfranzösischen Klassiker "Salade Nicoise", nur eben warm und herzhaft statt als Salat.

Wie ein Urlaub in Südfrankreich
Wo auch immer es mich im Urlaub hinverschlägt – zu meinen schönsten Momenten gehören oft die Besuche auf den lokalen Wochenmärkten. Neben dem Wochenmarkt in Santanyi (Mallorca) gehört der Markt im südfranzösischen Cassis zu den schönsten, die ich bisher besucht habe. Schon am frühen Morgen brennt die Sonne auf die Haut. Überall stapeln sich Kisten mit sonnengereiften, knallroten Tomaten, frischen grünen Bohnen und Knoblauchzöpfen, die einfach nur nach Sommer duften. Mit einem Café au Lait und einem Croissant in der Hand schlendert man gemütlich zwischen den Ständen umher. Man probiert hier eine Olive, riecht dort an einem Bund Kräuter und wird von dem allseits bunten Treiben inspiriert und getragen gleichermaßen.
Was ich an dieser Pasta mit grünen Bohnen und Tomaten besonders mag: Sie bringt die Aromen der südfranzösischen Provence direkt auf den Teller. Reife Tomaten, zarte grüne Bohnen, gutes Olivenöl, frischer Knoblauch und mediterrane Kräuter. Mehr braucht es nicht, um sich für kurze Zeit zurück auf den Markt von Cassis oder einen anderen beliebigen Sommer-Urlaubsmarkt zu beamen. Diese herrlich mediterrane Pasta ist genau das richtige Gericht für laue Sommerabende, an denen man leicht, aber trotzdem richtig gut essen möchte.

Der Geschmack der Provence - warum diese Pasta so aromatisch ist
Die Küche der Provence lebt von einfachen, aber hochwertigen Zutaten, die ihren Eigengeschmack voll entfalten dürfen. Sonnengereiftes Gemüse, aromatische Oliven, gutes Olivenöl und die typischen Kräuter der Provence – meist ein Mischung aus Thymian, Rosmarin und Oregano oder Majoran, manchmal ergänzt durch Bohnenkraut und Lorbeer – prägen viele klassische Gerichte der Region. Nicht zu vergessen der Knoblauch, der oft langsam im Ofen geröstet oder in der Pfanne geschmort wird. Der Knoblauch verliert dadurch seine Schärfe und wird stattdessen süßlich-mild und cremig - die perfekte Basis auch für die Sauce dieser Pasta.
Kurz vor Ende der Garzeit werden schwarze Oliven – idealerweise Nicoise- oder Kalamata-Oliven – unter das Bohnen-Tomaten-Gemüse gemischt. Sie bringen eine salzige und leicht bittere Note mit, wodurch das süßliche Tomatenaroma wunderbar ausbalanciert wird. Der besondere Clou dieser Pasta mit grünen Bohnen und Tomaten ist das grob gehackte, hart gekochte Ei als Topping. Diese kleine Hommage an die Salade Nicoise macht aus der Pasta gleichzeitig ein vollwertiges und sättigendes Gericht.

Provenzalische Pasta mit gesunden Zutaten
Diese provenzalische Pasta ist nicht nur geschmacklich ein absoluter Volltreffer, sondern hat auch ernährungsphysiologisch einiges zu bieten:
- Grüne Bohnen liefern reichlich Vitamin C, Vitamin K und Folsäure. Sie unterstützen mit ihren Ballaststoffen die Verdauung und versorgen den Körper zusätzlich mit den wichtigen Mineralstoffen Magnesium, Kalium und Calcium.
- Tomaten enthalten viel Vitamin C und das Antioxidans Lycopin, das durch das Erhitzen sogar besser vom Körper aufgenommen werden kann. Wenn ihr Tomaten genauso gerne mögt wie ich, findet ihr bei Madame Cuisine noch viele weitere sommerliche Tomatenrezepte.
- Knoblauch wirkt entzündungshemmend und liefert schwefelhaltige Verbindungen, denen eine positive Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt wird.
- Oliven und Olivenöl enthalten gesunde, einfach ungesättigte Fettsäuren.
- Eier sind eine hochwertige Proteinquelle und liefern zusätzlich Vitamin D und B12. Es empfiehlt sich hier unbedingt auf Eier aus biologischer Erzeugung (Code 0) zu achten.
Grüne Bohnen im Ofen garen - müssen sie vorher gekocht werden?
Der Verzehr von rohen grünen Bohnen ist nicht zu empfehlen. Grüne Bohnen enthalten das Lektin Phasin, das bei rohem Verzehr zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann. Die gute Nachricht: Hitze zerstört Phasin zuverlässig. Nach 25-30 Minuten im Ofen sind die Bohnen in der Regel weich und vollständig durchgegart. Ein separates Vorkochen ist also nicht notwendig. Wichtig ist nur, dass die Bohnen in der Form möglichst nebeneinander und nicht überlappend liegen. So bekommen sie überall und von allen Seiten ausreichend Hitze und Flüssigkeit ab.


Pasta mit grünen Bohnen und Tomaten
Kochutensilien
- 1 Schneidebrett + Messer
- 1 große ofenfeste Form
- 1 Kochtopf für die Nudeln
- 1 Nudelsieb
Zutaten
- 1 Schalotte
- 200 g grüne Bohnen Prinzessbohnen
- 300 g reife Tomaten
- 2 Zehen Knoblauch
- 1 EL Tomatenmark
- 125 ml Gemüsebrühe heiß
- 1 TL Kräuter der Provence getrocknet
- 2 EL Olivenöl
- grobes Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
- ¼ TL Piment d'Espelette
- 30 g schwarze Oliven ohne Stein Nicoise oder Kalamata
- 160 g kurze Pasta z.B. Penne oder Pipe Rigate
- 2 Bio-Eier hartgekocht
- 2 EL glatte Petersilie gehackt
- gehobelter Parmesan zum Servieren optional
Anleitungen
- Den Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Die Schalotte schälen, der Länge nach halbieren und anschließend quer in dünne Scheiben schneiden. Die Bohnen putzen, waschen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Die Tomaten waschen, vierteln und entkernen, anschließend grob würfeln.
- Alles gleichmäßig in einer großen ofenfesten Form verteilen. Die beiden Knoblauchzehen im Ganzen und mit der Schale dazugeben.
- Das Tomatenmark in der heißen Gemüsebrühe auflösen. Kräuter der Provence einrühren und alles über das Gemüse gießen. 1 EL Olivenöl darüber träufeln und alles mit wenig Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und Piment d'Espelette würzen.
- In der Mitte des vorgeheizten Ofens ca. 25-30 Min. garen, bis die Bohnen und Tomaten schön weich sind. Zwischendurch einmal umrühren. Die in Scheiben geschnittenen Oliven für die letzten 5 Min. der Garzeit hinzufügen.
- In der Zwischenzeit die Pasta in einem großen Topf mit kochendem Salzwasser nach Angabe auf der Packung bissfest kochen. Sobald die Nudeln gar sind, abgießen und ca. 50 ml von dem Nudelkochwasser auffangen.
- Sobald das Gemüse weich ist, aus dem Ofen nehmen und eine oder beide Knoblauchzehen aus der Schale herausdrücken. Mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Gemüse verrühren.
- Die abgetropfte Pasta unter das Gemüse heben und evt. etwas von dem Nudelkochwasser dazugeben, bis eine cremige Sauce entsteht. Abschmecken und ggf. noch einmal mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
- Pasta auf Teller verteilen und mit dem grob gehackten Ei und gehackter Petersilie bestreut servieren. Restliches Olivenöl darüber träufeln und auf Wunsch mit gehobeltem Parmesan bestreuen.

Häufige Fragen zu Pasta mit grünen Bohnen und Tomaten
Ja, Zucchini oder weiße Bohnen aus der Dose sind eine tolle Alternative und passen geschmacklich ebenfalls gut zur provenzalischen Note.
Nein. Die Garzeit im Ofen reicht vollkommen aus, um die Bohnen weich und sicher genießbar zu machen (siehe Erklärung oben).
Ja, einfach das grob gehackte Ei und den gehobelten Parmesan weglassen oder durch einen veganen Käse ersetzen.
Eine kurze Pastasorte eignet sich hier am besten. Penne oder Pipe Rigate nehmen die Sauce besonders gut auf.
Das Gemüse lässt sich am Vortag rösten und im Kühlschrank aufbewahren. Die Pasta sollte jedoch frisch gekocht werden.

Tipps zur Aufbewahrung und Haltbarkeit
Die fertige Pasta mit grünen Bohnen und Tomaten lässt sich in einem luftdicht verschließbaren Behälter bis zu 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Das Ei solltet ihr jedoch am besten separat aufbewahren und erst beim Servieren hinzufügen, da es sonst schnell an Textur verliert.
Zum Aufwärmen könnt ihr die Pasta mit einem Schuss Wasser oder Brühe in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. So wird die Sauce wieder schön cremig. Zum Einfrieren hingegen ist die Pasta nicht geeignet, da sich sowohl die Textur der Nudeln verändert, als auch das Ei beim Auftauen an Qualität verliert. Bon Appetit!





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