Es gibt Rezepte, die sind wie ein Kurzurlaub für die Seele – und mein absoluter Favorit für Fernweh nach Ligurien ist das klassische Basilikum-Pesto, auf italienisch "Pesto Genovese". Wenn der Duft von frischem Basilikum, gerösteten Pinienkernen und würzigem Parmesan durch die Küche zieht, fühlt es sich sofort nach Sommer in Italien an. Ein echtes Pesto braucht keine komplizierten und ist mit nur wenigen Handgriffen zubereitet.
Ganz egal, ob ihr das Pesto traditionell im Mörser, in einem Mixer oder mit Hilfe eines Pürierstabes zubereitet - selbstgemacht schmeckt die italienische grüne Sauce einfach am besten. Also schnappt euch ein Bund Basilikum und holt euch ein Stück Italien direkt auf euren Teller! Bon Appetit!

Die Ursprünge von Basilikum-Pesto
Pesto Genovese stammt urspünglich aus der ligurischen Hauptstadt Genua im Nordwesten Italiens. Die Wurzeln der Sauce reichen zurück in die Antike, genauer gesagt in die Römerzeit. Dort aß man das "Moretum", eine Paste aus Kräutern, Knoblauch und Käse. In seiner heutigen Form etablierte sich das Basilikum-Pesto dann im Laufe des 16. Jahrhunderts. Seinen besonderen Geschmack verdankt ein authentisches Pesto Genovese im Übrigen einzig und allein dem echten Basilico Genovese. Es profitiert von dem einzigartigen Mikroklima Liguriens mit viel Sonne und der Nähe zum Meer, was dem Basilikum ein intensives Aroma ohne die bittere Minznote verleiht.
Etymologie - Namensherkunft
Pesto Genovese ist mehr als nur eine Sauce. In Ligurien gilt die Herstellung von Pesto als wichtiges kulturelles Erbe und das sog. "Consorzio del Pesto Genovese" wacht streng über das Originalrezept. Der Name "Pesto" leitet sich von dem italienischen Wort pestare ab, was übersetzt so viel wie "zerstoßen" oder "zerstampfen" heißt. Dies ist eine direkte Hommage an die traditionelle Zubereitung in einem Mörser aus Marmor. Pesto Genovese ist das beste Beispiel für die italienische Kunst aus wenigen, aber hochwertigen Zutaten ein geschmacksintensives Erlebnis zu schaffen.


Pesto Genovese (Basilikum-Pesto)
Kochutensilien
- 1 Sieb
- 1 kleine beschichtete Pfanne
- 1 Stabmixer + hohes Gefäß
Zutaten
- 30 g Basilikum
- 30 g Pinienkerne
- 1 Zehe Knoblauch optional
- 30 g geriebener Parmesan
- ¼ TL grobes Meersalz
- 100 ml Olivenöl kaltgepresst
Anleitungen
- Die Blätter vom Basilikum abzupfen, in ein Sieb geben und unter fließen kaltem Wasser gründlich waschen. Anschließend mit etwas Küchenpapier trocken tupfen.
- Die Pinienkerne in einer kleinen beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Unbedingt dabei stehen bleiben und die Pfanne regelmäßig schütteln bzw. die Pinienkerne wenden, damit sie nicht anbrennen. Pfanne vom Herd nehmen und die Pinienkerne etwas abkühlen lassen.
- Knoblauch schälen, halbieren und den Strunk entfernen. Grob hacken. Wer den Geschmack von rohem Knoblauch nicht mag oder verträgt, lässt diesen Schritt weg.
- Basilikum, Pinienkerne und Knoblauch zusammen mit den restlichen Zutaten in ein hohes Gefäß geben. Mit dem Stabmixer zu einem cremigen Pesto verarbeiten. Ggf. noch ein klein wenig mehr Olivenöl hinzufügen, je nachdem wie flüssig ihr das Pesto haben möchtet.
- Das fertige Pesto mit einer Portion gekochter Nudeln nach Wahl vermengen und mit frisch geriebenem Parmesan servieren.
Notizen

Hochwertige Zutaten für Basilikum-Pesto
Ein wirklich gutes Pesto Genovese lebt von der Qualität seiner wenigen Zutaten. Beim Einkauf und bei der Zubereitung solltet ihr daher auf einige wichtige Punkte achten.
Frisches Basilikum: Ein ganzer Bund oder 1–2 große Handvoll frischer Basilikumblätter bilden die Basis des Pestos. Zunächst die Blätter waschen, dann gründlich trocknen und die dicken Stiele entfernen.
Hochwertiges Olivenöl: Etwa 100–125 ml hochwertiges, kaltgepresstes Olivenöl sorgen für die richtige Konsistenz und ein rundes Aroma. Besonders gut eignen sich Öle aus biologischem Anbau.
Parmesankäse: In der klassischen Rezeptur aus Genua werden häufig zwei Käsesorten kombiniert, um Cremigkeit und Würze auszubalancieren. Der Parmigiano Reggiano bringt eine feine, nussige Note mit, der Pecorino sorgt hingegen für mehr Kraft und leichte Schärfe. Alternativ lässt sich das Basilikum-Pesto auch mit nur einer der beiden Sorten - oder mit Grana Padano - zubereiten.
Pinienkerne: Pinienkerne sind zwar etwas teurer als anderen Nüsse, gehören aber definitiv in ein klassisches Pesto Genovese. Damit sie ihren vollen Geschmack entfalten, röstet ihr sie zunächst in einer beschichteten Pfanne und ohne die Zugabe von Fett leicht an.
Knoblauch: Ein bis zwei Zehen möglichst junger und frischer Knoblauch sorgen für die nötige Würze in einem Pesto Genovese. Wer kein Knoblauch mag oder verträgt, kann ihn aber getrost weglassen. Für einen sanften Geschmack unbedingt den Strunk in der Mitte der Zehe entfernen.
Würzen und abschmecken: Gewürzt und abgeschmeckt wird das Pesto nur noch mit ein wenig feinem Meersalz.
Hinweis: Da alle genannten Käse tierisches Lab enthalten, ist Pesto Genovese nicht vegetarisch; für eine vegane Variante eignen sich Hefeflocken oder veganer Hartkäse.

Basilikum-Pesto servieren und aufbewahren
Pesto Genovese ist unglaublich vielseitig. Neben dem klassischen Einsatz zu Pasta verfeinert das Basilikum-Pesto auch Suppen wie eine Minestrone, schmeckt als Brotaufstrich oder Dip und lässt sich über Pizza, Focaccia oder als Grundlage für ein Salat-Dressing verwenden.
Damit das Basilikum-Pesto möglichst lange frisch, grün und aromatisch bleibt, ist der Schutz vor Sauerstoff entscheidend. Am besten füllt ihr das fertige Pesto in ein sauberes Schraubglas und streicht die Oberfläche glatt. Anschließend gießt ihr etwa 1 cm hochwertiges Olivenöl darüber, das das Pesto luftdicht versiegelt und Oxidation sowie Schimmelbildung verhindert.
Wenn ihr das Pesto nicht direkt verzehrt, könnt ihr es im Kühlschrank für 1-2 Wochen aufbewahren. Für längere Konservierung lässt es sich hervorragend einfrieren und bleibt mehrere Monate haltbar; vor dem Verzehr langsam im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur auftauen.
Extra Tipp: Pesto sollte nie mit gekocht oder erhitzt werden. Es wird erst ganz zum Schluss unter die heiße Pasta gemischt, damit der frische Geschmack erhalten bleibt.
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