Dieses Kartoffel-Paprika-Curry nach Jalfrezi-Art ist ein herrlich würziges, vegetarisches Hauptgericht: vorgekochte Drillinge, grob geschnittene Paprika und Zwiebeln in einer dicken Tomatensauce mit Kreuzkümmel, Koriander und Garam Masala. Dazu gibt es einen frischen Joghurt-Harissa-Dip. Wer Kartoffeln so liebt wie ich, findet in meinen Kartoffel-Rezepten noch viele weitere Ideen.

Fremde Länder und Kulturen zu entdecken gehört für mich zu den schönsten Dingen überhaupt. Reisen erweitert den Horizont wie kaum etwas anderes: anderes Klima, andere Gerüche und vor allem andere Speisen. Jede Reise ist für mich ein Gewinn.
Als ich kürzlich in einer Zeitschrift über ein Rezept aus Bengalen gestolpert bin, war ich sofort neugierig. Schon beim Lesen lief mir das Wasser im Mund zusammen – vor allem wegen der Gewürze. Gedanklich bin ich direkt nach Südasien gereist, während ich in meiner Küche dieses unglaublich leckere Kartoffel-Paprika-Curry gekocht habe. Die Zubereitungsart – kräftiges Anbraten, grob geschnittenes Gemüse und tolle Gewürze – kennt man in Bengalen als Jalfrezi.
Was bedeutet Jalfrezi?
Jalfrezi stammt aus Bengalen und ist in ganz Südasien bekannt. Das Wort geht auf das bengalische „jhal“ (scharf, würzig) zurück und wird gemeinhin frei mit „scharf gebraten“ übersetzt. In Kochbüchern aus dem britischen Indien tauchte Jalfrezi als Resteverwertung auf: Übriggebliebenes wurde mit Zwiebeln und Chili angebraten. Später wurde daraus ein Gericht mit Paprika, Zwiebeln und Tomaten, die in einer dicken, kräftigen Sauce garen. In Großbritannien zählt dieses Curry zu den beliebtesten Currys überhaupt.
An genau dieses Prinzip habe ich mich mit diesem Rezept angelehnt, ohne das Original – falls es denn eines gibt – nachzukochen. Typisch sind grob geschnittene Paprika und Zwiebeln mit Biss, eine dicke Tomatensauce, die das Gemüse nur umhüllt, und eine kräftige Mischung aus tollen Gewürzen. Wer es gerne scharf mag, schneidet noch eine frische grüne Chili dazu oder rührt etwas mehr Harissa in den Dip.

Das macht dieses Kartoffel-Paprika-Curry so besonders
Die Gewürze. Kreuzkümmel, Kurkuma, Koriander, geräuchertes Paprikapulver, Garam Masala und ein Hauch Zimt sorgen für Tiefe und Wärme, dazu kommen Knoblauch und frischer Ingwer.
Die Kartoffeln. Am besten eignen sich Drillinge, die separat vorgekocht werden. So behalten sie ihre Form und zerfallen nicht. Diesen Schritt könnt ihr auch schon am Vortag machen.
Die Sauce. Frische Tomaten, Tomatenmark und wenig Wasser fügen sich zu einer dicken Sauce zusammen, die Kartoffeln und Gemüse gerade so umgibt. Das ist gewollt: So sieht man jedes Stück Gemüse.
Grob geschnitten. Paprika und Zwiebeln werden in eher große Stücke geschnitten. So behalten sie ihren Biss.
Zunächst werden Paprika und Zwiebeln angebraten, bis sie etwas Farbe bekommen. Anschließend kommen Knoblauch, Ingwer und die Gewürze dazu und rösten kurz mit. So können sich die Aromen am besten entfalten. Nach ein bis zwei Minuten folgen die frischen, klein gehackten Tomaten, das Tomatenmark und etwas Wasser. Das Ganze kocht zu einer dicken Sauce ein, bevor die vorgekochten Kartoffeln untergehoben werden. Nun darf alles noch schön durchziehen und wird am Ende mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
Serviert wird das Kartoffel-Paprika-Curry mit frischem Koriander und einem Joghurt-Harissa-Dip, dessen kühle Frische perfekt zu den warmen Gewürzen passt. Dazu schmecken auch Reis, Naan oder Fladenbrot.


Kartoffel-Paprika-Curry
Kochutensilien
- 1 Schneidebrett + Messer
- 1 Topf mit Deckel für die Kartoffeln
- 1 großer Topf mit Deckel am besten gusseisern
- 1 Mörser
Zutaten
Für das Kartoffel-Paprika-Curry
- 700 g Drillinge kleine festkochende Kartoffeln
- 2 EL Olivenöl
- 1 große Gemüsezwiebel
- 1 rote Paprika
- 1 grüne Paprika
- 1 grüne Chili optional
- 2 Zehen Knoblauch
- 2 cm frischer Ingwer
- 1 TL Kreuzkümmel
- 1 TL Koriandersamen im Mörser zerstoßen
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- 1 TL Garam Masala
- ½ TL Kurkuma
- 1 Msp. Zimt
- 2 reife Tomaten
- 2 EL Tomatenmark
- 100-150 ml Wasser
- Salz, Pfeffer
Für den Joghurt-Harissa-Dip
- 200 g griechischer Joghurt
- 1-2 TL Harissa je nach Schärfe
- 1 TL Ahornsirup
- 1 Spritzer Zitronensaft
Zum Servieren
- frischer Koriander
Anleitungen
Die Kartoffeln kochen
- Die Kartoffeln waschen, schälen und je nach Größe ganz lassen oder halbieren. In einem Topf mit Salzwasser ca. 12-15 Min. kochen. Sie sollen noch gut Biss haben. Abgießen und zur Seite stellen.
Das Curry zubereiten
- Tomaten waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Zur Seite stellen.
- Paprika halbieren, entkernen, gründlich waschen und in grobe Stücke schneiden. Zwiebel schälen, halbieren und in dicke Spalten schneiden. Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Die Chili (optional) längs halbieren, nach Belieben entkernen und fein hacken.
- Das Olivenöl in einem großen (am besten gusseisernen) Topf erhitzen. Paprika und Zwiebeln unter Rühren für ca. 5 Min. anbraten.
- Knoblauch, Ingwer, Chili und die Gewürze hinzufügen und unter Rühren 1-2 Min. mit anrösten.
- Die Tomatenwürfel, das Tomatenmark und zunächst 100 ml Wasser dazugeben und rühren, bis sich das Tomatenmark aufgelöst hat. Zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 10 Min. köcheln lassen.
- Die vorgegarten Kartoffeln dazugeben und untermischen. Weitere 15 Min. bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Zwischendurch umrühren. Falls das Ganze zu trocken erscheint, noch einen kleinen Schuss Wasser hinzufügen.
- Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Joghurt-Harissa-Dip zubereiten
- Den Joghurt in eine kleine Schüssel geben und mit Harissa, Ahornsirup und einem Spritzer Zitronensaft verrühren.
Servieren
- Das Kartoffel-Paprika-Curry mit frischem Koriander und dem Dip servieren.

Häufige Fragen zum Kartoffel-Paprika-Curry (FAQ)
Ja. Nehmt am besten festkochende Sorten und schneidet sie in grobe Stücke. Drillinge sind aber meine Favoriten, weil sie schön klein bleiben und beim Vorkochen ihre Form behalten.
Ich empfehle es sehr. Die Sauce müsste sonst mit deutlich mehr Flüssigkeit zubereitet werden, damit die Kartoffeln ordentlich durchgegart werden. Das Besondere an diesem Gericht ist jedoch die eher dicke Sauce.
Es ist würzig und aromatisch, aber nicht auf Schärfe getrimmt. Wer es feuriger mag, ergänzt frische Chili oder rührt etwas mehr Harissa in den Dip.
Das Curry selbst ist vegan. Der Dip enthält Joghurt. Mit einem pflanzlichen Joghurt wird das ganze Gericht vegan.
Ja, es eignet sich hervorragend zum Vorbereiten. Die Kartoffeln könnt ihr bereits am Vortag kochen, und auch das fertige Curry lässt sich problemlos aufwärmen.
Reis, Naan oder Fladenbrot sind ideale Begleiter für das Curry. Frischer Koriander und der Joghurt-Harissa-Dip gehören für mich aber auch unbedingt dazu.
Tipps zur Aufbewahrung und Haltbarkeit
Im Kühlschrank hält sich das Curry etwa drei bis vier Tage. Lasst es am besten vollständig abkühlen und bewahrt es in einer gut verschließbaren Dose auf. Zum Aufwärmen könnt ihr das Curry mit einem kleinen Schuss Wasser im Topf erhitzen. Dabei gelegentlich umrühren, bis alles durch und durch heiß ist.
Einfrieren ist zwar möglich, aber nicht ideal. Gekochte Kartoffeln werden nach dem Auftauen oft weicher und etwas mehlig. Wenn ihr einfriert, dann bitte ohne den Dip.
Den Joghurt-Harissa-Dip bewahrt ihr am besten getrennt im Kühlschrank auf und verbraucht ihn innerhalb weniger Tage. Frischen Koriander gebt ihr erst zum Servieren darüber.
Wenn ihr jetzt Lust auf weitere Kartoffel-Currys habt, schaut gerne auch bei meinem persischen Kartoffel-Curry und beim Aloo Gobi mit Blumenkohl und Kartoffeln vorbei. Jedes davon hat einen ganz eigenen Charakter. Bon appétit!














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