Dieses Hafer-Vollkornbrot ohne Mehl und Sauerteig ist saftig, nussig und richtig satt. Es wird mit Haferflocken, gerösteten Kernen und Nüssen gebacken, mit den Händen geknetet und reift über Nacht im Kühlschrank.

Ich liebe Brot. Wirklich. Es vergeht kein Tag, an dem bei uns kein Brot auf den Tisch kommt, für die Pausenbrote, das Mittagssandwich, zum Abendbrot oder als Snack zwischendurch. Nun leben wir in Deutschland zwar im absoluten Brot-Paradies, aber ein richtig gutes Vollkornbrot ist mittlerweile auch fast schon eine kleine Investition. Für 750 g zahlt man gut 6 Euro. Bei vier Brotliebhabern in der Familie geht das ziemlich schnell ins Geld.
Deshalb backe ich ab und zu selbst. Da ich jedoch keine Geduld für einen Sauerteig habe, müssen andere Brote her. Dieses Hafer-Vollkornbrot ist wunderbar unkompliziert und schmeckt so gut! Ihr braucht keine Knetmaschine, nur eine Schüssel, eure Hände und ein bisschen Zeit im Kühlschrank. Am besten bereitet ihr alles am Abend vor. Am nächsten Tag heißt es dann nur noch: Backen, belegen und genießen. Bon Appétit!

Was macht dieses Hafer-Vollkornbrot so besonders?
Das Hafer-Vollkornbrot kommt ganz ohne Mehl aus. Stattdessen sorgen zarte Haferflocken, geschroteter Leinsamen, Chiasamen und Flohsamenschalen für die Bindung. Dazu kommen grob gehackte und geröstete Kürbis- und Sonnenblumenkerne sowie Haselnüsse. Das Rösten der Kerne und Nüsse gibt dem Brot ein tolles nussiges Aroma und verbreitet zudem einen herrlichen Duft in der Küche. Ahornsirup und Olivenöl binden und runden den Geschmack am Ende ab. Das Ergebnis: Ein saftiges Vollkornbrot mit einer dichten und satten Krume.
Das Beste: Der Arbeitsaufwand ist überschaubar. Kerne und Nüsse werden grob gehackt und kurz im Ofen geröstet. Anschließend müsst ihr nur noch alle Zutaten mit den Händen gut durchkneten, in die Form drücken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Die wenigen Gramm Hefe arbeiten in dieser Zeit ganz entspannt vor sich hin. Am nächsten Tag erledigt der Ofen den Rest, denn das Brot muss nun nur noch gebacken werden.
Ein Hinweis zum Gluten:
Da das Brot gänzlich ohne Mehl auskommt, könnte man denken, dass das Brot automatisch glutenfrei ist. Das stimmt jedoch nur bedingt. Hafer enthält von Natur aus zwar kein Gluten, wird aber oft zusammen mit Weizen, Gerste oder Roggen angebaut, geerntet oder verarbeitet und kann dadurch Spuren davon enthalten. Wenn ihr auf Gluten verzichten müsst, zum Beispiel wegen einer Zöliakie, greift deshalb unbedingt zu Haferflocken, die ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet sind. Das Gleiche gilt für die übrigen Zutaten: Schaut bei Leinsamen, Chiasamen und Co. am besten auch auf die Verpackung.

Worauf es beim Backen ankommt
Eigentlich kann bei diesem Brot wirklich nichts schief gehen. Eigentlich, denn so einfach die Zubereitung auch ist, zwei Dinge entscheiden darüber, ob es richtig gut wird.
- Gründlich kneten und fest andrücken. Am besten klappt das mit euren Händen. Flohsamenschalen, Leinsamen und Chiasamen können sich so am besten mit dem Wasser verbinden und es entsteht ein formbarer Teig, der auch die einzelnen Brotscheiben später zusammenhält. Knetet ruhig ein paar Minuten länger, bis keine trockenen Zutaten mehr in der Schüssel zu sehen sind. Danach drückt ihr die Masse mit festem Druck in die Form. Dabei vor allem auf die Ecken achten, damit das Brot später eine schöne und gleichmäßige Form hat.
- Geduld nach dem Backen. Das ist der schwierigste Teil im Rezept. Wenn das Brot aus dem Ofen kommt und das ganze Haus nach Nüssen und Röstaromen duftet, möchte man es am liebsten sofort anschneiden. Tut es nicht! Lasst das Brot zuerst in der Form und danach mindestens 2 Stunden komplett auskühlen. Durch die vielen Körner braucht es Zeit, um sich richtig zu setzen. Schneidet ihr zu früh an, bröselt es auseinander. Wartet ihr geduldig ab, wird die Krume schön saftig und lässt sich in saubere Scheiben schneiden.
Sollte die Kruste beim Backen übrigens zu dunkel werden, könnt ihr die Backzeit gegen Ende einfach auf 180 Grad reduzieren. Das Brot backt trotzdem schön durch, ohne zu dunkel zu werden.

Hafer-Vollkornbrot
Kochutensilien
- 1 Schneidebrett + großes Messer (alternativ Küchenmaschine)
- 1 Backblech
- 1 große Rührschüssel
- 1 Kastenform ca. 11x30 cm
- 2 Backpapier
Zutaten
Für die Nuss-Kern-Mischung
- 60 g Kürbiskerne
- 160 g Sonnenblumenkerne
- 90 g ganze Haselnüsse
Für den Teig
- 240 g Haferflocken (zart) bei Bedarf auf glutenfrei achten
- 120 g Leinsamen geschrotet
- 20 g Flohsamenschalen
- 25 g Chiasamen
- 12 g Salz
- 3 g Trockenhefe
- 40 g Ahornsirup
- 55 g Olivenöl
- 600 ml Wasser lauwarm
Anleitungen
- Nüsse und Kerne rösten: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne und Haselnüsse grob hacken, entweder in der Küchenmaschine oder mit einem großen Messer in wiegenden Bewegungen auf einem großen Brett. Bei 180 °C Umluft ca. 10–12 Minuten rösten, bis es herrlich duftet und Nüsse und Kerne leicht gebräunt sind. Zwischendurch einmal umrühren.
- Teig kneten: Die gerösteten Nüsse und Kerne mit Haferflocken, Leinsamen, Flohsamenschalen, Chiasamen, Salz und Trockenhefe vermischen. Ahornsirup, Olivenöl und lauwarmes Wasser hinzufügen und alles mit den Händen gut durchkneten. Dieser Schritt ist wichtig!
- Formen: Die Masse in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform füllen und gut in Form drücken.
- Ruhen lassen: Zunächst mit Frischhaltefolie abgedeckt ca. 30–60 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen, dann über Nacht in den Kühlschrank stellen.
- Backen: Die Form am nächsten Tag etwa 1 Stunde vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Brot in der Mitte des Ofens ca. 1 Stunde backen. Wird es gegen Ende zu dunkel, die Temperatur auf 180 °C reduzieren.
- Abkühlen lassen: Das Brot aus dem Ofen nehmen, zunächst in der Form und anschließend mindestens 2 Stunden (!) komplett auskühlen lassen, bevor ihr es anschneidet.
Notizen

Variationen: So schmeckt das Brot jedes Mal anders
Das Grundrezept für dieses Brot könnt ihr ganz unkompliziert an euren individuellen Geschmack anpassen. So könnt ihr die Menge der Haselnüsse 1:1 durch Mandeln ersetzen oder auch verschiedene Gewürze ins Spiel bringen. Etwas geschroteter Koriander, ein wenig zerstoßener Kümmel oder Fenchelsamen geben dem Brot eine herrliche würzige Note. Auch Anis passt hier ganz hervorragend.
Häufige Fragen zum Hafer-Vollkornbrot (FAQ)
Nein. Das Brot kommt ohne Sauerteig aus und wird nur mit etwas Trockenhefe gelockert. Die lange Ruhezeit im Kühlschrank sorgt für Aroma und Struktur.
Ja, alle Zutaten sind pflanzlich. Wichtig: Solltet ihr den Ahornsirup durch Honig ersetzen, ist das Brot nicht mehr vegan.
Nicht automatisch. Das Brot kommt ohne Mehl aus, aber Hafer kann Spuren von Gluten enthalten. Wenn ihr auf Gluten verzichten müsst, nehmt ausdrücklich glutenfreie Haferflocken und prüft auch bei Leinsamen und Chiasamen die Verpackung.
Meist wurde es zu früh angeschnitten. Lasst das Brot unbedingt mindestens 2 Stunden komplett auskühlen. Auch gründliches Kneten und festes Andrücken in der Form helfen. Zudem empfehle ich, die Scheiben nicht zu dünn zu schneiden.
Ich empfehle die Ruhe über Nacht, denn dann haben Flohsamenschalen, Leinsamen und Chiasamen genug Zeit zum Quellen und das Brot wird stabil und aromatisch. Die geringe Menge an Trockenhefe hat so ebenfalls genügend Zeit, um aktiv zu werden.
Ob mit Butter und Salz, Frischkäse, Avocado, Hummus oder Käse, es passt zu fast allem. Ganz besonders gut schmeckt es, wenn ihr es in der Pfanne kurz von beiden Seiten anröstet.
Tipps zur Aufbewahrung und Haltbarkeit
Wickelt das ausgekühlte Brot am besten in ein sauberes Küchen- oder Leinentuch und bewahrt es im Brotkasten auf. So bleibt die Kruste schön und das Brot saftig. Es hält sich so ca. 3-4 Tage. Länger haltbar ist es im Kühlschrank, ihr solltet es allerdings vor dem Verzehr wieder auf Zimmertemperatur bringen, damit sich die Aromen wieder gut entfalten können.
In Scheiben geschnitten lässt sich das Brot auch super einfrieren. Dazu das Brot nach dem Backen vollständig auskühlen lassen, dann in Scheiben schneiden und in einen Gefrierbeutel oder eine geeignete Dose packen. In der Tiefkühltruhe ist das Brot bis zu 3 Monate lang haltbar. Bei Bedarf lasst ihr die benötigte Anzahl an Scheiben dann bei Zimmertemperatur auftauen oder gebt sie kurz in den Toaster oder die Pfanne.
Und wenn ihr genau so große Brotliebhaber seid wie ich, dann probiert unbedingt auch mal mein einfaches rustikales Wurzelbrot oder das einfache Roggenmischbrot. Beide Brote sind ebenfalls unkompliziert und gelingen auch Back-Anfängern.














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