Auf der Rangliste meiner liebsten Kuchen stehen Apfelkuchen jeder Art auf Platz eins, dicht gefolgt von Pflaumen- und Zwetschgenkuchen. Wenn der Spätsommer langsam in den Herbst übergeht und es auf dem Markt die ersten prallen, dunkelvioletten Pflaumen und Zwetschgen gibt, dann weiß ich - jetzt ist die Saison für wunderbar saftige Pflaumen- und Zwetschgenkuchen gekommen. Wer jedoch wie ich, einen eher empfindlichen Bauch hat, der überlegt sich oft ganz genau, ob er bei Pflaumenkuchen zugreift oder lieber verzichtet. Und weil die Worte "Verzicht" und "Kuchen" für mich nicht widersprüchlicher sein könnten, habe ich mir dieses Rezept überlegt: einen Pflaumenkuchen mit Buchweizenmehl und gemahlenen Haselnüssen, der nicht nur glutenfrei, sondern - bis auf die Pflaumen selbst - auch komplett low-FODMAP-tauglich ist.

Warum dieser Kuchen (fast) low-FODMAP ist
Um es gleich vorweg zu nehmen: Pflaumen selbst gehören zu den Lebensmitteln mit einem hohen Sorbitgehalt und sind damit keine klassische Low-FODMAP-Zutat. Da ein Pflaumenkuchen naturgemäß mit Pflaumen daherkommt, lässt sich das auch nicht ändern. Dafür sind jedoch alle anderen Zutaten in diesem Rezept bewusst so gewählt, dass sie FODMAP-arm sind: Buchweizenmehl, das trotz seines Namens glutenfrei und ohne die Fruktane von Weizen ist, gemahlene Haselnüsse in einer unkritischen Menge, Butter, Mandelmilch, Ei, brauner Zucker und Gewürze.
Rechnet man nun die Gesamtmenge der Pflaumen auf ein einzelnes Kuchenstück herunter, bleibt die Fruktose-/Sorbitmenge pro Portion ebenfalls überschaubar. Zwar ist dieser Pflaumenkuchen mit Buchweizenmehl streng genommen nicht zur 100% "FODMAP-frei", aber - in einer normalen Portionsgröße - für die meisten Menschen mit einer FODMAP-armen Ernährung dennoch gut verträglich. Da in dem Rezept auch komplett auf Weizenmehl verzichtet wird, ist der Kuchen außerdem glutenfrei.

Pflaumenkuchen mit Buchweizenmehl: Ein perfekter Rührteig
Der Teig für diesen Kuchen ist schnell zusammengerührt. Dank des Buchweizenmehls und der gemahlenen Haselnüsse hat er eine herrlich lockere Krume und ist zudem unglaublich saftig. Buchweizenmehl hat von Natur aus einen leicht erdigen und nussigen Geschmack, der wunderbar mit den Gewürzen Zimt, Muskat und Kardamom harmoniert. Die gemahlenen, ungeschälten Haselnüsse geben dem Teig zusätzliche Feuchtigkeit und sorgen für einen schönen Biss, während Butter, Zucker, Eier und etwas Mandelmilch für die nötige Lockerheit sorgen. Wichtig bei der Zubereitung: die trockenen Zutaten wirklich nur kurz und vorsichtig unterheben, damit der Teig nicht zäh wird. Insbesondere bei glutenfreien Teigen lautet das Zauberwort "kurz und sanft".
Das i-Tüpfelchen - Pflaumenspalten dicht an dicht
Bei diesem Kuchen werden die Pflaumen ganz klassisch oben auf dem Teig verteilt. Dafür schneidet ihr die Pflaumen in Spalten, legt sie anschließend dicht an dicht auf den Teig und drückt sie zusätzlich noch etwas ein. So können die Früchte beim Backen ein wenig in den Teig sinken und ihren Saft in den Teig abgeben. Das sorgt für die typische, wunderbar saftige Konsistenz, die man von Pflaumenkuchen kennt. Gleichzeitig bleibt die schöne Optik mit den sichtbaren Fruchtspalten erhalten, die einen guten Pflaumenkuchen einfach ausmacht.
Pflaumen oder Zwetschgen - was ist der Unterschied?
Im Alltag werden diese beiden Begriffe oft munter durcheinandergeworfen und viele stellen sich genau diese Frage jedes Jahr aufs Neue. Botanisch gesehen sind die Zwetschgen eine Unterart der Pflaume. Dabei liegt der auffälligste Unterschied im Fruchtfleisch: während Zwetschgen ein festeres, saftärmeres Fruchtfleisch haben, das sich leicht vom Kern lösen lässt, sind Pflaumen meist runder und saftiger und ihr Fruchtfleisch haftet fest am Stein. Ich habe für diesen Kuchen klassische Pflaumen genommen – mit reifen Zwetschgen gelingt er aber genauso gut.


Pflaumenkuchen mit Buchweizenmehl
Kochutensilien
- 2 große Rührschüsseln
- 1 Handrührgerät oder Küchenmaschine
- 1 Springform ca. 26 cm Durchmesser
- 1 Backpapier
Zutaten
Zutaten für den Rührteig
- 150 g weiche Butter Zimmertemperatur
- 2 Bio-Eier Gr. M
- 175 g Rohrzucker
- 1 TL Vanilleextrakt
- 200 g Buchweizenmehl
- 50 g ungeschälte, gemahlene Haselnüsse + 1 EL extra
- 2 TL Backpulver
- ½ TL Zimt
- ¼ TL Kardamom gemahlen
- ⅛ TL Muskatnuss gemahlen
- 1 Prise Salz
- 120 ml Mandelmilch
Weitere Zutaten
- 600 g Pflaumen
- Puderzucker zum Bestäuben optional
Anleitungen
- Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, den Rand mit etwas Butter einfetten und mit 1 EL gemahlener Haselnüsse bestreuen.
- Die weiche Butter in eine große Schüssel geben. Eier, Rohrzucker und Vanilleextrakt hinzufügen und alles mit den Quirlen des Handrührgerätes (oder in der Küchenmaschine) zu einer hell-cremigen Masse aufschlagen.
- In einer zweiten Schüssel das Buchweizenmehl mit den gemahlenen Haselnüssen, dem Backpulver, Zimt, Kardamom, Muskatnuss und Salz vermischen.
- Die trockenen Zutaten nun abwechselnd mit der Mandelmilch zu der schaumig gerührten Ei-Butter-Zucker-Masse geben und nur kurz verrühren, bis sich alle Zutaten gerade so vermischt haben. Keinesfalls zu lange rühren!
- Den Teig in die vorbereitete Springform füllen und glatt streichen.
- Die Pflaumen waschen und trocken reiben, anschließend halbieren, entkernen und in Spalten schneiden. Die Pflaumenspalten kreisförmig dicht an dicht auf dem Teig verteilen und dabei leicht eindrücken.
- Den Kuchen in der Mitte des vorgeheizten Ofens ca. 45-50 Min. backen. Da Buchweizenmehl und Haselnüsse die Feuchtigkeit anders binden als Weizenmehl, kann der Kuchen ggf. schneller bräunen, während die Mitte jedoch noch braucht. Falls die Oberfläche zu dunkel wird, ab ca. 35–40 Minuten mit Alufolie abdecken.
- Ab ca. 40 Minuten Backzeit alle 5 Minuten testen, ob der Kuchen fertig ist. Dazu mit einem Holzstäbchen in die Mitte stechen, es sollten nur ein paar feuchte Krümel, aber kein flüssiger Teig daran kleben bleiben. Bei Pflaumenkuchen ist etwas Fruchtsaft am Stäbchen normal und kein Fehlzeichen.
- Sobald der Kuchen fertig gebacken ist aus dem Ofen nehmen und zunächst in der Form, anschließend auf einem Gitter vollständig abkühlen lassen. Vor dem Servieren auf Wunsch mit etwas Puderzucker bestäuben. Ein Klecks geschlagene Sahne passt ebenfalls sehr gut dazu.

Häufige Fragen zu Pflaumenkuchen mit Buchweizenmehl
Ja, gemahlene Mandeln funktionieren genauso gut und verändern den Geschmack nur minimal. Beide Varianten bleiben in der angegebenen Menge unbedenklich für eine Low-FODMAP-Ernährung.
Ja, der Teig enthält Buchweizenmehl und gemahlene Haselnüsse, aber kein glutenhaltiges Mehl.
Das kann bei einer größeren Backform oder sehr saftigen Früchten passieren. Am besten ab der Mindestbackzeit regelmäßig mit der Stäbchenprobe testen; etwas Fruchtsaft am Stäbchen ist bei Pflaumenkuchen normal. Anschließend den Kuchen wirklich vollständig abkühlen lassen, so können sich alle Zutaten gut setzen.
Ja, das funktioniert geschmacklich genauso gut. Für eine Low-FODMAP-Variante empfiehlt sich aber pflanzliche Milch wie Mandel- oder Hafermilch, oder eine lactosefreie Kuhmilch.
Tipps zur Aufbewahrung und Haltbarkeit
Dank der saftigen Früchte im Teig hält sich dieser Pflaumenkuchen mit Buchweizenmehl besonders gut. Am besten bewahrt ihr ihn abgedeckt (z. B. unter einer Kuchenhaube oder in einer Dose) bei Zimmertemperatur auf, dort bleibt er etwa 2 bis 3 Tage schön saftig. Im Kühlschrank hält er sich sogar bis zu 5 Tage, sollte dann aber ebenfalls gut abgedeckt werden, damit er nicht austrocknet. Vor dem Servieren am besten kurz Zimmertemperatur annehmen lassen, so kommt das Aroma der Gewürze wieder besser zur Geltung. Auch einfrieren könnt ihr den Kuchen. Dafür am besten einzelne Stücke luftdicht verpacken, so könnt ihr den Kuchen bis zu 3 Monate aufbewahren. Anschließend vor dem Verzehr einfach bei Zimmertemperatur auftauen lassen.
Wenn euch dieser Kuchen geschmeckt hat, probiert doch auch meinen klassischen Zwetschgenkuchen mit lockerem Rührteig, oder den Zwetschgen-Mohn-Streuselkuchen mit knusprigen Streuseln – beide sind perfekte Begleiter für die aktuelle Pflaumen- und Zwetschgensaison.





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