Kuchen oder Auflauf? Ganz egal - Eier, Zucker, Butter, Milch, Mehl und Früchte - viel mehr braucht es nicht für diese Clafoutis mit Renekloden. Eine köstliche französische Süßspeise!

Ich liebe es ja wirklich sehr, Samstags in der Früh einkaufen zu gehen. Am besten gleich um 8 Uhr, wenn die Gemüsehändler noch dabei sind, ihre Stände aufzubauen und bevor alle anderen sich auf den Weg machen, um ihre Wochenendeinkäufe zu erledigen. Als geborene Frühaufsteherin bin ich ohnehin schon munter und genieße die noch friedliche Stimmung, kein Gewusel und keine Hektik in den Läden und Straßen. Auch der Gemüsehändler meines Vertrauens hat noch Zeit für einen kleinen Plausch, worauf ich mich immer besonders freue.
So auch vor Kurzem: Ich stand bereits an der Kasse und packte Obst und Gemüse aus meinem Korb auf die Theke. Just in dem Moment kam ein Mitarbeiter mit einer großen Kiste Renekloden um die Ecke. "Oh, die müssen Sie unbedingt probieren! Die sind so süß und saftig, etwas Besseres haben Sie noch nicht gegessen!" Er nahm eine Reneklode, rieb sie mit seinem Ärmel ab und reichte sie mir. Von der Hand in den Mund schmeckt es ja oft am besten, zudem war ich neugierig, denn ich konnte mich nicht daran erinnern, je zuvor Renekloden gegessen zu haben.
Mein Gemüsehändler hatte nicht zu viel versprochen: saftig, süß und sehr lecker - genauso schmeckten die kleinen gelb-grünen Früchte. Und so machte sich kurze Zeit später eine Ladung Renekloden mit mir zusammen auf den Weg nach Hause.

Clafoutis mit Renekloden
Zu Hause angekommen musste ich erst einmal das Internet nach der Reneklode befragen, die auch als Edel-Pflaume bezeichnet wird. In Form und Farbe erinnern die Renekloden eher an Mirabellen, denn an Pflaumen. Sie schmecken süß und saftig, haben eher ein weiches Fruchtfleisch und lassen sich oft nur schwer vom Stein lösen. Daher eignen sie sich auch besonders gut für die Zubereitung von Konfitüre oder Kompott. Im Vergleich zu anderen Früchten haben sie einen sehr hohen Frucht- und Traubenzuckergehalt, weshalb sie ein schneller Energielieferant sind. Die Saison geht von Juli bis September, da sie jedoch recht druckempfindlich sind, lassen sie sich nur schlecht lagern. Ich sag ja - von der Hand in den Mund schmecken sie am besten! 😉
Ich musste auf dem Weg nach Hause an ein Clafoutis denken, eine französische Süßspeise, die irgendwie so ein Mittelding zwischen einem Kuchen und einem süßen Auflauf ist. Der Teig ähnelt einem Pfannkuchenteig, jedoch ist er gesüßt und wird anschließend mit Früchten zusammen in einer eher flachen Form im Ofen gebacken. Am besten schmeckt er noch lauwarm und mit etwas Puderzucker bestäubt. Und da das Ganze wirklich kein Hexenwerk und in nullkommanix zusammengerührt und gebacken ist, war der Clafoutis mit Renekloden sogar rechtzeitig zum Frühstück fertig.
"Kannst Du ruhig öfter machen", so der Kommentar unserer großen Tochter. Find ich auch, denn jetzt mal ehrlich - was gibt es bitte schön Besseres, als Kuchen zum Frühstück?!?


Clafoutis mit Renekloden (Edel-Pflaume)
Kochutensilien
- eine Quiche- oder Tarte-Form mit ca. 28 cm Durchmesser
Zutaten
- 600 g Renekloden
- 100 g Rohrohrzucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 4 Bio-Eier
- 1 Prise Salz
- 200 ml Milch
- 100 g Mehl + etwas extra zum Bestäuben der Form
- 1 TL Backpulver, gehäuft
- 40 g Butter, geschmolzen + etwas extra zum Einfetten der Form
- Puderzucker zum Bestäuben
Anleitungen
- Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Die Renekloden waschen und etwas trocken reiben, anschließend halbieren und entsteinen.
- Die Eier zusammen mit dem Zucker, dem Vanillezucker und 1 Prise Salz hell-cremig aufschlagen.
- Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und zusammen mit der Milch nur kurz unter den Teig rühren.
- Zuletzt die geschmolzene Butter nach und nach unter Rühren hinzufügen, so dass ein glatter Teig entsteht.
- Die Backform mit Butter einfetten und etwas Mehl bestäuben. Zunächst die halbierten Renekloden in der Form verteilen, anschließend den Teig darüber gießen.
- Clafoutis in der Mitte des vorgeheizten Ofens für 10 Min. backen. Temperatur auf 180 Grad reduzieren und den Clafoutis für weitere 20-25 Min. backen, bis er schön goldbraun gebacken und in der Mitte gestockt ist.
- Etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäubt lauwarm oder kalt servieren.













Uli meint
Tolle schnelle Süßspeise. Auch mit Zwetschgen sehr gut!
Annette meint
Schnell,fruchtig,lecker!
Bärbel Schulz meint
Das ist ein Suuuper-Rezept, geht fix, lecker. Auch Wespen stürzen sich drauf. Nicht zu früh aus dem Ofen nehmen.
Anonym meint
Wunderbar, viel Früchte und wenig Teig der aus viel Ei besteht.
Elke meint
Traumhaft…
Anonym meint
Ich habe grüngelbe Eierpflaumen genommen - köstlich!!!
Anna-Maria meint
Das Rezept ist klasse! Ich war sehr positiv überrascht auch vom Geschmack!
Lutze meint
Liebe Sonja, ich wollte schon lange schreiben. Im letzten Sommer hatte ich das Rezept gebacken und es kam in unserer großen Familie super an. Meine älteste Enkeltochter meinte, ohne die Früchte wäre es aber noch besser. Der Teig sei der Hammer. Also backe ich für morgen den Kuchen ohne Früchte. Vielen Dank für die schönen Ideen. LG Katrin
Susanne meint
Ich werde das Rezept morgen probieren, da ich heute endlich mal Renekloden bekommen habe. Seit meiner Kindheit habe ich sie nicht mehr gegessen. Da hatte die Freundin meiner Omi einen Baum im Garten.
Den Teig kenne ich von ihrer "Kirschpfanne", die ich als Kind auch so geliebt habe.
Wiebke meint
Hallo
Das Rezept klingt ja echt gut. Renekloden kenne ich auch nicht.
Das Rezept klingt sehr gut. Ist auf jeden Fall abgespeichert. Vllt bekomme ich auch iwo welche her und morgens früh einkaufen tu ich auch am liebsten.
Liebe Grüße und schönes Wochenende Wiebke
Sonja meint
Liebe Wiebke,
ich habe die Renekloden in letzter Zeit bei fast jedem Gemüsehändler gesehen. Alternativ kannst Du aber auch Mirabellen oder Kirschen für den Clafoutis verwenden.
LG Sonja
Tanja meint
Liebe Sonja,
wie kann ich den Kuchen über Nacht am besten aufbewahren, damit er am nächsten Tag noch bestmöglichst schmeckt?
Sonja meint
Liebe Tanja,
ich würde den Kuchen abdecken und an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahren. Nicht im Kühlschrank. Vor dem Servieren am nächsten Tag kannst du noch ein klein wenig Puderzucker darüber stäuben.
LG Sonja
Tanja meint
Ganz lieben Dank