Beim Kochen und Backen lege ich großen Wert auf Bewusstsein für ökologische Produktion und Nachhaltigkeit. Dazu gehört z.B., dass ich mir keine Plastiktüten im Supermarkt geben lasse, sondern meine eigene Einkaufstasche mitbringe. Dazu gehört auch, dass ich mir Gedanken über die Erzeugung, also ökologische Landwirtschaft und damit den Begriff „Bio“ mache. Und dazu gehört letztlich auch, dass mir bewusst ist, dass gesunde Zutaten in guter Qualität ggf. etwas mehr kosten.

Wie erkenne ich ökologische Produktion?

Zunächst muss man zwischen verpackten Lebensmitteln (z.B. Eier, Milch, Käse, Fisch oder Fleisch) und frischen Lebensmitteln (Gemüse, Obst, aber auch Käse, Fisch oder Fleisch von der Frischetheke) unterscheiden. Für verpackte Lebensmittel gibt es Qualitäts- bzw. Gütesiegel, die man aufgedruckt auf der Verpackung finden kann. Das bekannteste, weil am weitest verbreitete Siegel ist das Bio-Siegel der EU:

Ökologische Produktion, regional und saisonal | Madame Cuisine Rezept

Was bedeutet das Bio-Siegel

Einfach gesagt müssen alle Produkte mit diesem Siegel die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung Nr. 834/2007 erfüllen. Das sagt einem erst einmal nichts und deshalb habe ich etwas recherchiert: Die Verordnung ist nicht in allen Abschnitten ganz konkret, die Formulierungen sind etwas weich und in einer Sprache, die außer geschulten Juristen ggf. nicht jeder unmittelbar versteht. Zu den Vorgaben zählen grob zusammengefasst:

  • Allgemeine Produktionsvorschriften:
    • Verbot von gentechnisch veränderten Organismen.
    • Anbauverfahren müssen die Bodensubstanz, die Bodenqualität und die Bodenstabilität mindestens erhalten.
    • Nur ökologische/biologische Dünger sind zulässig. Nur für die ökologische/biologische Produktion zugelassene Pflanzenschutzmittel dürfen eingesetzt werden.
    • Saatgut muss ökologisch/biologisch erzeugt sein.
  • Bei Fisch/Fleisch:
    • Tiere müssen seit Geburt bzw. Schlupf ununterbrochen in ökologischen/biologischen Betrieben gehalten werden.
    • Verwendung ökologischer/biologischer Futtermittel in der Tierhaltung.
    • Die Tierhaltung muss den entwicklungsbedingten, physiologischen und ethologischen Bedürfnissen der Tiere gerecht werden.
    • Tiere müssen ständigen Zugang zu Freigelände, vorzugsweise zu Weideland, haben. Anbindung oder Isolierung der Tiere ist untersagt.

Außerdem führt die Kommission ein Verzeichnis der zugelassenen Erzeugnisse und Stoffe, die bei der Produktion und bei der Futtermittelherstellung verwendet werden dürfen.

Neben dem verbreiteten EU-Siegel gibt es weitere Siegel von zugelassenen Bio-Verbänden. Hierzu zählen z.B. der Demeter-Verband für biologisch-dynamischen Anbau, der Bioland-Verband für organisch-biologischen Anbau, oder der Biopark-Verband für Fleisch produzierende Betriebe. Wichtig dabei: Die Anforderungen der Verbände setzen auf der EU-Öko-Verordnung auf und definieren noch strengere ökologische Vorgaben.

Frische (unverpackte) Lebensmittel

Am liebsten kaufe ich frische Lebensmittel. Bei uns vor dem Haus gibt es jeden Dienstag einen Markt, auf dem die Bauern aus der Umgebung ihre Produkte verkaufen. Herrlich! Und wenn kein Markt ist, fahre ich (ganz ökologisch) mit dem Fahrrad zum nahe-gelegenen Wiener Platz, wo mir mein Lieblings-Gemüsemann Hr. Kopp Gemüse und Obst in bester Qualität verkauft, und auch noch den einen oder anderen Rezepte-Tipp parat hat.

Ökologische Produktion, regional und saisonal | Madame Cuisine Rezept

Nun die spannende Frage: Wie erkenne ich bei frischen, unverpackten Lebensmitteln eine hohe Qualität und entsprechend nachhaltige und ökologische Produktion? Die Antwort ist einfach und kompliziert zugleich: Bei unverpackten Lebensmitteln, z.B. Obst und Gemüse, hat man nur die Möglichkeit sich beim Verkäufer zu erkundigen. Wobei man hier am Marktstand oder im Gemüseladen vermutlich eher eine kompetente (und korrekte) Antwort erhält, als im Supermarkt, wo der Verkäufer die Einkaufsprozesse ggf. gar nicht kennt. In Supermärkten gibt es sogar Angebote, wo Gemüse und Obst extra in Plastik verpackt werden, nur um das Bio-Siegel als Nachweis für ökologisch nachhaltige Erzeugung aufzudrucken. Grotesk!

Daher meine Empfehlung: Sucht Euch, wenn ihr könnt, lokale Märkte und kleinere Läden, wo ihr kompetente Auskunft über die Herkunft und die Erzeugung der Lebensmittel erhaltet.

Regionale (saisonale) Zutaten

Bei den oben beschriebenen Qualitätssiegeln für biologisch nachhaltig produzierte Lebensmittel ist ein Aspekt nicht berücksichtigt: Woher kommen die Lebensmittel und welchen Weg haben sie bereits hinter sich, bis wir sie kaufen? Denn die EU Verordnung regelt auch die Kennzeichnung für aus anderen Ländern importierte Lebensmittel – mit entsprechender Erlaubnis das Bio-Siegel zu verwenden. Hier darf die Frage erlaubt sein: Muss ich zu jeder Jahreszeit Zugriff auf jegliches Obst und Gemüse haben? Brauche ich Erdbeeren im Winter, und Kürbis im Sommer?

Ich persönlich lege beim Kochen und Backen Wert auf frische Zutaten aus der Region, die nicht bereits um die halbe Welt geflogen sind. Und damit verbunden mache ich mir bewusst, welche Lebensmittel in welchen Monaten geerntet und damit frisch erhältlich sind. Das ist einerseits total interessant (auch für die Allgemeinbildung), und die damit verbundene „Verknappung“ des Angebots steigert gleichzeitig die (Vor-)Freude auf die entsprechenden Saisons vom Obst und Gemüse. So kann ich mich auf die Erbsensaison freuen, auf die Spargelsaison, auf das regionale Angebot von Johannisbeeren, Himbeeren und grünen Bohnen. Damit ihr Euch informieren könnt, welches Obst und Gemüse wann Saison hat, habe ich hier einen Überblick in Form eines Obst-Gemüse-Saison-Kalenders für Euch.

In diesem Sinne – wer bis hierhin gelesen hat, teilt vermutlich mein Interesse an dem Thema Ökologie und Nachhaltigkeit. Und zur Nachhaltigkeit gehören für mich neben der Erzeugung auch der Transport. Alles im Sinne des Schutzes unserer Umwelt, und natürlich im Sinne einer gesunden Ernährung!

Liebe Grüße, Eure

Ökologische Produktion, regional und saisonal | Madame Cuisine Rezept